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Femizid - Berichte, Zahlen, keine Verbesserungen

Fijáte 384 vom 02. Mai 2007, Artikel 5, Seite 5

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Femizid - Berichte, Zahlen, keine Verbesserungen

Die Studie zeigt auf, dass vornehmlich Frauen im Alter zwischen 16 und 40 Jahren in den Departements Guatemala, VGEscuintlaNF, VGSan MarcosNF, VGSanta RosaNF, VGJutiapaNF und VGChiquimulaNF ermordet wurden. Nichts Neues ist auch die Beobachtung, dass sich an der geringen Zahl von Ermittlungen und gar entsprechenden Prozesserfolgen nichts geändert hat.

Eine weitere Studie gibt es jetzt mit dem Titel "Die aussergerichtlichen Hinrichtungen von stigmatisierten Jugendlichen". Sie wurde erarbeitet vom Menschenrechtszentrum VGCALDHNF, dem Institut für vergleichende Studien und Strafwissenschaften (VGIECCPGNF) und der Menschenrechtsorganisation Sicherheit in Demokratie (VGSEDEMNF). In Bezug auf den Mord an Frauen enthüllt die Untersuchung, dass vor allem Frauen, die in extremer Armut in Randgebieten der Städte leben, alleinerziehende Mütter oder Frauen, die mit einem gewalttätigen Partner zusammenleben, Arbeiterinnen im informellen Sektor und die indigenen Frauen zu Opfern des wachsenden Femizids werden. Interviews mit Frauen aus den Munizipien Villa Nueva und San Juan VGSacatepéquezNF, Gegenden, die als besonders gefährlich gelten, belegen die Angst, mit der sich diese tagtäglich auf die Strasse begeben ohne zu wissen, ob und wie sie an ihrem Ziel und dann wieder zu Hause ankommen.

Gemäss der Analyse beharren die Autoritäten auf ihrer Antwort hinsichtlich des Femizids, die Morde dem gemeinen Verbrechen oder der Privatsphäre des Opfers zuzuschreiben, ohne die Existenz eines beharrlichen Musters der Gewalt gegen Frauen anzuerkennen, deren Wurzeln tief in der Diskriminierung stecken.

Die Stigmatisierung der Opfer und deren Abstempelung als "Prostituierte" oder "VGMareraNF" (Jugendbandenmitglied) aufgrund der Kleidung oder einer Tätowierung ohne jegliche Ermittlung, sowie die Desinformation von Familienangehörige, denen zudem der Zugang zu den Akten verwehrt wird, stellen die alltägliche Realität dar.


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